Die Ortsunionen Windheim und Jössen sind dem Wunsch der Bürger, die Konfliktpunkte zwischen Jagdausübung, Naherholung, Landwirtschaft und Fischerei auf der einen Seite, sowie die Erfordernisse des Naturschutzes auf der anderen Seite gemeinsam zu erörtern auf den Grund zu gehen, nachgekommen.

Hierzu hatten sie die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann eingeladen und sind gemeinsam mit ihr, sowie rund 40 interessierten Bürgerinnen und Bürgern am 05.07.2019 zu einer Exkursion aufgebrochen.

Ziel dieser Veranstaltung war, gemeinsam verschiedene Sichtweisen der Interessengemeinschaften zu betrachten und nach Lösungen zu suchen. Gemeinsamer Konsens war, dass Naturschutz ein wichtiger Bestandteil unseres Lebensraums ist – aber bitte Miteinander.

An verschiedenen Abschnitten des Rundgangs sprachen örtliche Vertretern über ihre Sorgen- bzw. Konfliktpunkte.
So berichtet Burkhard Müller als Vertreter des ortsansässigen Sportanglervereins vom Mitgliederschwund aufgrund immer größer werdender Einschränkungen. Die Weserstrecke rund um die Windheimer Marsch ist bereits ganzjährig für die Angler gesperrt. Umso wichtiger sind die Teiche als Vereinsgewässer, bei denen sie selbstverständlich und eigenständig auf Brut- und Setzzeiten achten und hier entsprechend Abstand zu Gelegen und Nisthöhlen halten. Die Flora und Fauna, so B. Müller, möchten sie als Angler möglichst naturnah erhalten. 
Er hofft und bittet darum, keine weiteren Einschränkungen der Angelei hinnehmen zu müssen, die eventuell durch eine Renaturierung des nahegelegenen Riehegrabens zu befürchten wären.

Jutta Niemann (Biologische Station) konnte diese Ängste entkräften und sagte dem Sportanglerverein Bestandsschutz für die vereinseigenen Teiche zu.

Ein großes Problem für die Angler ergibt sich durch die hohe Anzahl an Kormorane. Diese würden selbstverständlich in die Natur gehören, eine Regulation der Population wäre hingegen wünschenswert.

Hohe Populationen sind auch ein Kritikpunkt der Landwirtschaft. Das Problem der Nilgänse, die in diesem Bereich sehr stark angesiedelt sind, bedeuten große Ernteeinbußen. Zum Teil, so Sebastian Römbke (Ortslandwirt) sitzen die Gänse zu Hunderten auf dem Acker und fressen die Pflanzen ab. Auch hier wäre eine Regulation der Nilgänsepopulation wünschenswert.

Willi Dannenberg (Jägerei) kennt genau diese Problematiken. Sie als Jäger dürfen auch zu gewissen Zeiten regulierend eingreifen, welche aber streng eingegrenzt sind. Es geht ihm darum gemeinsam mit dem Naturschutz zu überlegen, wie ein gutes Gleichgewicht geschaffen werden kann. Aktuell passen vorgegebene Jagdzeiten und der tatsächliche Bedarf nicht optimal zusammen.

Weitere Themen waren das Jakobskreuzkaut, welches giftig für Tiere ist, sich aber in großen Massen ausbreitet, die Bejagung von Schwarzwild, welches immer wieder für Schäden sorgt sowie die Naherholung im Bereich Wesermarsch.

B. Winkelmann konnte in vielen Bereichen Anregungen geben und mit fachlicher Kenntnis vermittelnd zwischen den Interessengruppen agieren. Am Ende des Tages fasst sie zusammen: Ihr habt hier eine wunderschöne Gegend. Alle Bereiche, die wir am heutigen Tage angesprochen haben, sind wichtig und für das Funktionieren einer ausgeglichen Natur wertvoll. Dafür müsst ihr miteinander arbeiten. Transparenz und Offenheit sind für das gemeinsame Nutzen, Bewirtschaften, Pflegen und Genießen unerlässlich.

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